
Im November 1882 logierte Marcella Sembrich bei uns, eine der großen internationalen Sopranistinnen des ausgehenden 19. Jahrhunderts.
Geboren in der polnischen Region Galizien, verfügte Sembrich über eine außergewöhnliche musikalische Ausbildung: Sie war nicht nur Sängerin, sondern hatte auch Klavier und Violine studiert. Ihre außerordentliche technische Beherrschung und ihre Koloraturstimme führten sie zu Triumphen an den bedeutendsten europäischen Bühnen, und nur wenige Monate nach ihrem Aufenthalt in Madrid wurde sie zu einem der Stars der Eröffnungssaison der Metropolitan Opera in New York.
Bei ihrer Ankunft im Hotel de la Paz wählte sie dieselben Zimmer der Hauptetage, die Adelina Patti zwei Jahre zuvor bewohnt hatte. Die Presse beschrieb diese Räume als eine Folge prunkvoller Salons, luxuriös möbliert und den vornehmsten Gästen vorbehalten.
Am 20. November gab Sembrich dort ein privates Bankett, gefolgt von einem Konzert, das bis tief in die Nacht dauerte. Zu ihren Gästen zählten die Sängerin Elena Sanz, der Cellist David Popper, der Geiger Émile Sauret, der Musikverleger Benito Zozaya und der Kritiker Antonio Peña y Goñi.
Für einige Stunden verwandelte diese Zusammenkunft die Zimmer des Hotel de la Paz in einen der exklusivsten Musiksalons Madrids.
